Wind und Wetter


Bei Wind, Regen und Schnee im Faltcaravan

Vorbereitet für Extreme Wetterlagen beim Campen

Auch bei starkem Wind und Regen, ja sogar bei Schnee und kalten Aussentemperaturen, lässt es sich gemütlich im Zeltklappanhänger leben. Einzige Voraussetzung: es wollen gewisse und wichtige Vorkehrungen getroffen werden!

Natürlich gibt es auch Regen, Stürme und Gewitter wo man sich überlegen muss, ob es nicht besser ist abzureisen. Das gilt im Allgemeinen beim Campen, auch mit Wohnwagen und Wohnmobil, da Überschwemmungen und umfallende Bäume sogar einem Wohnwagen und Wohnmobil zusetzen können. Daher ist es ratsam immer den Wetterbericht im Auge zu behalten um frühzeitig Vorkehrungen treffen zu können.

Wind

Bei windigem und stürmischem Wetter ist es essenziell das Zelt gut abzuspannen! Heringe, Schraubheringe, Erdnägel. Hier gibt es die unterschiedlichsten Typen für jede Bodenbeschaffenheit auf dem Markt.

 

Heringe und Erdnägel: Jeder Platz und jede Region hat eine unterschiedliche Bodenbeschaffenheit. Hart, weich, sandig, steinig etc. Darum sollte man sich vor der Abreise erkundigen was es in dieser Region für eine Bodenbeschaffenheit gibt, ausser man will eine Riesenkiste mit allen verschiedenen Heringen und Erdnägel immer mit dabei haben. Was bei einer Weltreise sicher eine Überlegung wert ist, aber in der Regel hat man seine Vorlieben für eine Region und kann sich dann danach ausrichten. Ich persönlich ziehe die Schraubheringe von Peggy Peg vor. Hier gibt es eine riesige Auswahl an Schraubheringen für jede Bodenbeschaffenheit. Da wir so oder so immer einen Akkuschrauber dabei habe, hat man die Schraubheringe auch sehr schnell montiert und vor allem auch demontiert. Eine Schraube hält in der Regel auch besser als ein Nagel.

Sturmband: Bei Vorzelten, vor allem aber auch bei Sonnendächern ist es sinnvoll zusätzlich noch ein Sturmband zu montieren. Diese sind sehr stabil und werden an grossen Heringen mit einer Feder befestigt. Die Feder bewirkt, dass der Hering bei starken Böen nicht aus dem Boden gerissen wird, da sie leicht nachgibt.

Wetterprognose: Bei windigen Wetterprognosen muss man sich auch überlegen, ob es Sinnvoll ist ein Sonnendach überhaupt aufzustellen, da diese eine grössere Angriffsfläche für Wind bietet.

Lose Gegenstände: Besonders mit Kinder sollte man gut darauf achten das bei stürmischem Wetter nichts draussen herumliegt. Auch Stühle und Tische sollte man bei starkem Wind besser in Sicherheit bringen.

Sturmwolke über der Westschweiz
Sturmwolke über der Westschweiz
Föhnsturmwolke über der Ostschweiz
Föhnsturmwolke über der Ostschweiz

Regen

Campen bei Regen im Faltcaravan kann sehr gemütlich sein. Aber auch hier gilt es, gewisse Vorkehrungen zu treffen und gewisse Grundregeln einzuhalten.

 

Platzwahl: Die Platzwahl sollte grundsätzlich überlegt sein. Ist aber je nach Bedürfnis immer auch unterschiedlich. Für regnerische Tage ist grundsätzlich sinnvoll den Faltcaravan nicht in einer Mulde aufzustellen, da sich hier schneller Wasser ansammeln kann.

Auf- und Abbau: Der Aufbau ist natürlich bei jedem Typ und Modell unterschiedlich. Hier ist es auf jeden Fall sinnvoll, wenn man Regenbekleidung gleich griffbereit hält. Man sollte sich auch überlegen was man am Regentag alles bereits aufbauen will - Separates Vorzelt, Sonnendach, Anbauzelte etc. Wenn der Wetterbericht für den nächsten Tag besser ist, kann man gut den Rest auch noch am nächsten Tag aufbauen.

Der Abbau bei Regen ist eigentlich auch kein Problem. Hier sollte man einfach bedenken, dass das Zelt nach spätestens 2 Tagen zum Trocknen nochmals aufgebaut werden muss, ansonsten bilden sich auf dem Zeltstoff Stockflecken. Wenn man weiter reisen will, sollte man die Betten zur Sicherheit mit einer Plastikfolie einpacken, damit der nasse Zeltstoff nicht auf das Bettzeug drückt. Vielleicht hat man auch die Möglichkeit an einem trockenen Vortag das meiste einzupacken und abzubauen.

Zeltstoff: Ein neuer Zeltstoff ist von Werk aus Druckimprägniert und somit Wasserfest. Mit den Jahren oder nach einer Reinigung mit Reinigungsmitteln sollte aber auch mal eine Nachimprägnierung durchgeführt werden. Die Nähte sind erst nach dem ersten Regen richtig wasserfest, da der Nähfaden mit dem ersten Mal Nass werden aufgeht und so die Einstiche der Nadel in den Stoff verschliessen. 

Abspannen: Auch bei Regen sollte ein Zelt gut abgespannt sein, damit der Regen gut ablaufen kann und es keine Wassersäcke auf dem Dach gibt.

Bodenplane: Die meisten neuen Faltcaravans habe einen wasserfesten PVC-Boden für das Vorzelt mit dabei. Diesen verbindet man mit dem Vorzelt mit einem Reissverschluss oder Klettband. Dies verhindert bei starkem Regen, dass der Boden im Vorzelt nass, oder gar überschwemmt wird. Diese halten auch Wind und Mücken draussen und im Winter auch etwas die Kälte. Falls ihr ein älteres Modell habt, kann man sich auch mit einer wasserfesten Abdeckplane, die man an den Zeltstangen rund 10 cm hochzieht, behelfen. Die Miru Tec Wasserschutzplane ist hier auch eine gute Lösung.

Heizung: Für kühlere Regentage ist es auch sinnvoll immer eine kleine Heizung dabei zu haben. Denn gerade an den Abenden beim gemütlichen zusammen sein kann es bei Regen schnell mal kühl werden.

Bei Regen im Faltcaravan
Bei Regen im Faltcaravan
Das Sonnendach sorgt bei Regen für einen trockenen Eingang
Das Sonnendach sorgt bei Regen für einen trockenen Eingang

Schnee

Wintercamping bei Schnee im Faltcaravan? Geht das überhaupt? Der Faltcaravan Hersteller Camp-let organisiert regelmässig eine Winter-Challenge im Schnee. Sicher ist das Campen im Winter nicht für jedermann, aber auch das Campen im Winter hat seinen Reiz und wird auch immer beliebter, gerade für Wintersportler. Das Campen im Winter mit einem Faltcaravan sollte man aber unbedingt gut planen und vorbereiten. 

 

Winterpneus: In der Schweiz und einigen anderen Ländern gib es keine gesetzlichen Vorschriften Winterpneus an Anhängern zu montieren. Bei Unfällen im Schnee kann sich die Versicherung aber quer stellen. Daher raten auch TCS und der ADAC Winter- oder ganz Jahres Reifen zu montieren.

Campingplatz: Die gute Planung fängt bei der Wahl des Campingplatzes an. Hier sollte man darauf achten, dass die sanitären Anlagen gut geheizt sind. Dann ist es auch sinnvoll, wenn der Campingplatz einen Trocknungsraum hat, um Nasse Kleider und Schuhe darin trocknen zu können. Denn Nasse Kleider sollte man im Winter nie im Faltcaravan aufhängen, da feuchte kalte Luft als unangenehme empfunden wird. Der Campingplatz sollte im Allgemeinen eine gute Infrastruktur haben, damit man sich auch mal in einem gut geheizten Aufenthaltsraum verweilen kann.

Stellplatz: Die Stellplatzwahl sollte auch gut überlegt sein. Der Platz sollte, wenn möglich nicht exponiert sein. Ein geschützter Platz hält eiskalte Winde besser ab. Falls genügend Schnee vorhanden ist, kann man auch eine kleine Schneewand um den Faltcaravan bauen, um eisige Winde besser fernzuhalten.

Schneeschaufel: Bei Schnee sollte auch immer eine kleine Schneeschaufel mit dabei sein. Je nach Schneemenge und Platzwart (Schneepflug) muss der Stellplatz auf Schnee, etwas präpariert werden, sprich Schnee entfernen, Schnee glätten oder festklopfen.

Schneeheringe: Je nach Schneemenge kann es mit normalen Zeltheringe etwas schwierig werden diese zu befestigen. Unter anderen bietet die Firma SwissPiranha für diesen Zweck ideale Schneeanker an.

Isoliermatte: Für den Vorzeltboden ist es sinnvoll einen zusätzlichen Teppich, Decke oder Isomatte zu legen, da die Kälte vom Boden stark abstrahlt.

Heizung: Im Winter ist es fast unerlässlich ohne Heizung zu Campen. Gerade auch, wenn man am Abend noch gemütlich bei Tisch Sitzen will. Hier sind die Elektroöfen meist zu schwach, respektive die Stromleitungen zu klein für grosse Elektroöfen. Da ein Faltcaravan gut durchlüftet ist, kann man hier, wenn man die nötigen

Sicherheitsvorschriften beachtet, bedenkenlos auch mit einem Gas- oder Petroleumofen Heizen.

Kleidung: Im Winter sollte man natürlich auch immer eine gute Kleidung anhaben. Am besten funktioniert immer das Zwiebelsystem mit mehreren Schichten, wo die Thermounterwäsche auch nicht fehlen sollte.

Decke und Schaffell: Auf den Stühlen ein warmes Schaffell oder eine warme Decke hält einem auch immer schön warm.

Betten: Je nach Faltcaravan ist es auch sinnvoll noch eine zusätzliche Isomatte unter die Matratze zu packen.

Camp-let bietet hier sogar extra Isoliermatten für diesen Zweck an.

Winterschlafsack: Für die Nacht ist man gut beraten, einen guten Winterschlafsack dabei zu haben. Je nach Vorlieben reicht auch eine gute Daunendecke. 

Mütze: Eine warme und bequeme Wintermütze ist für die Nacht auch zu empfehlen, da gerade über den Kopf sehr viel Körperwärme verloren geht.

Bettflasche: Eine Bettflasche hält im Schlafsack oder unter der Decke auch immer schön warm.

Gutes Essen: Deftiges Essen wärmt den Körper von innen. Als Schweizer empfehle ich da natürlich ein Raclette oder ein Käsefondue was zusätzlich beim Essen für Wärme sorgt.

Winter in der Ostschweiz
Winter in der Ostschweiz
Winter in der Ostschweiz
Winter in der Ostschweiz

Hast du auch noch einen Tipp aus eigener Erfahrung zum Campen bei Wind und Wetter? Dann lass es uns wissen und schreib einen Kommentar!

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